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Benjamin Bucher | Café Anno, Wien

Foto: Alain Barbero | Text: Benjamin Bucher

 

Als ihm der Zahnarzt erläuterte, er dürfe erst in sieben Jahren wieder zur Mundhygiene, weil man die Belege so lange aufbewahren muss, und er sonst Probleme mit dem Finanzamt bekommt, wusste er nicht, ob er diesen Menschen, dieses Land oder die ganze Sprache mit all ihren unerträglichen Wortspielen hassen sollte. Lustig war´s schon, aber es ging zu weit.

Am Abend traf er Mischa, der ihm offenbarte: Ich geh nächstes Semester auf Erasmus. Bin im März weg. Halle wird´s vermutlich.

Er konnte nicht anders als laut loszulachen und stellte sich zwei Fragen: Ob Mischa bemerkt hat, dass er gerade Mehrzweckhalle gesagt hat und wie man diesen Text ins Französische übersetzt

 


Interview mit dem Autor

Was bedeutet dir Literatur?
Benjamin Bucher: Literatur bedeutet für mich, dass ich mich leicht fühle, obwohl ich nachdenke. Über Sprache, Texte und Bedeutungen und so. Fühle ich mich nicht leicht, dann tue ich mir schwer mit der Literatur. Mit dem Nachdenken.

Was bedeuten dir Kaffeehäuser?
BB: Kaffeehäuser sind voll mit Stimmengewirr, Gläserklirren, lautem Lachen und  der Frage, warum man ausgerechnet hier gut schreiben können soll.

Warum hast du das Café Anno gewählt?
BB: Im Anno könnte man trotz Stimmengewirr, Gläserklirren, lautem Lachen und der Frage, warum man ausgerechnet hier gut schreiben können soll, gut schreiben.

Was machst du, wenn du nicht im Café bist?
BB: Ich bin eigentlich selten im Kaffeehaus und Ich fürchte, dass ich diese Frage nicht gut beantworten kann. Das wäre unseriös.