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Blog Entropy, Barbara Rieger, Alain Barbero, Nastja, Cafe Botanika, Saint-Pétersbourg, Sankt Petersburg

Anastasia Grokhovskaya | Café Botanika, Sankt Petersburg

Foto: Alain Barbero | Text: Anastasia Grokhovskaya

 

Der Wald aus vielen Pflanzen und Garderobenständern
vom Windfang geschützt,
Löffelklirren, Worte, Stimmen, schleifende Bugholzstühle
mit dem Zischen der Kaffeemaschine gemischt,
Kirchenblick durch Spitzenvorhang
im Spiegelgesicht,
Gerüche vom Osten treffen Kaffee,
Parfüm und haben Gewicht.


 

Interview mit der Autorin

Was bedeutet dir Literatur?
Nastja Grokhovskaya: Literatur ist eine ganz besondere Sphäre in meinem Leben. Sie bedeutet mir viel und sie hilft mir, mehr zu sehen und weiter zu blicken. Sie ist ein schöner Schlüssel zum Verständnis von Geschichte und Kultur, Psychologie und Soziologie. Und auch ein besonderer Weg zur Bildenden Kunst und zum Schaffen meiner LieblingskünstlerInnen, die auch viel gelesen und über die Literatur viel nachgedacht haben: Philipp Otto Runge, Caspar David Friedrich, Angelika Kauffmann und Käthe Kollwitz, zum Beispiel.

Was bedeuten dir Kaffeehäuser?
NG: Richtige Kaffeehäuser wie in Wien gibt es in Petersburg nicht. Meistens sind es einfache Cafés, die in einem Boom Anfang der 2000er Jahre aufgemacht haben. Damals war ich noch Schülerin und das Café war für meine Freunde und mich ein Platz, wo man nach der Schule manchmal diskutieren konnte. Und wir haben uns dabei so erwachsen gefühlt! Heute treffe ich in Cafés meine Freunde, arbeite oder tue auch einfach nichts.

Warum hast du das Café Botanika gewählt?
NG: Das Café Botanika ist schon zehn Jahre alt – und eine schöne Oase für die VegetarierInnen mitten in St. Petersburg. Es bietet eine interessante Mischung verschiedener Kulturen – von der altindischen bis zur zeitgenössischen, die hier ganz organisch miteinander existieren. Und es ist nicht nur ein Platz, wo man essen kann, sondern auch ein Ausstellungsraum für moderne Kunst.

Was machst du, wenn du nicht im Café bist?
NG: Ich bin die Leiterin der Kulturinitiative CULTURA, die meine KollegInnen und ich vor drei Jahren gegründet haben. CULTURA organisiert offene Veranstaltungen, die verschiedenen Künsten gewidmet sind. Und ich lese und töpfere gerne.