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Roman Farcher | Café Ministerium, Wien

Foto: Alain Barbero | Text: Roman Farcher

 

Woran ich denke. Daran!
Zu mir selbst zu erwachen.
Erst im Außen,
dann nach innen.

Fliegen fort die Gedanken,
die Richtung ist mir entfallen,
gewinne ich schwerelos
einen neuen Ausblick.

Für einen Augenblick
treffe ich auf dich.
In deinem Anblick
höre ich auf zu existieren.

 


Interview mit dem Autor

Welche Rolle spielt das Schreiben in deinem Leben?
Roman Farcher: Beim Schreiben werden Ideen von einer unbewussten Ebene auf die bewusste Ebene gebracht. Dabei beginnt sich zunächst in mir selber etwas zu verändern.
Erstens: Ideen werden neu geordnet und das fühlt sich dann harmonisch an.
Zweitens: Das Schreiben befreit von der Unterdrückung.
Drittens: Es macht aus destruktiver Energie konstruktive Energie.

Welche Rolle spielen Kaffeehäuser in deinem Leben?
RF: Kaffeehäuser verbinde ich mit österreichischer Kultur. Ich höre immer wieder von Gästen aus anderen Ländern, dass das nur hier insbesondere in Wien zu finden ist. Eigentlich habe ich das auch erst über einen Schreibworkshop in verschiedenen Kaffeehäusern erfahren und will es, sofern es meine Zeit zulässt, noch mehr in mein Schaffen miteinbeziehen.

Warum hast du das Café Ministerium gewählt?
RF: Das Café Ministerium ist von einer fast ministeriellen Atmosphäre durchdrungen. Das bedeutet, Entscheidungen müssen warten können. Viele, die ein Ministerium aufsuchen, nehmen sich einfach Zeit für Gespräche. Wenn sie vertröstet werden, können sie dann ja noch hier vorbeischauen. Österreich tickt manchmal wie ein Kaffeehaus.

Und was machst du sonst so?
RF: Die Arbeit die ich erledige, ist reine Verwaltung, das heißt alles schön in Ordnung halten. Das prägt mich, aber vermutlich habe ich das schon mitgebracht. Es ist fast wie bei Mathematik, zuerst verstehst du es nur äußerlich, doch dann kommt irgendwann der Punkt, wo es Spaß macht, weil es eben so geordnet ist. Wäre ich nicht Beamter geworden, wäre ich Mathematiker geworden.