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Laura Chaplin | Hotel Imperial, Wien

Foto: Alain Barbero | Text: Laura Chaplin, Auszug aus: „Lachen ist der erste Schritt zum Glück“ (Hoffman und Campe 2016)

 

Die Polizei kann die Menge nicht mehr zurückdrängen. Charlie Chaplin steigt aus dem Zug und wird sofort von den jubelnden Menschen hochgehoben und auf Händen durch die Stadt getragen. In der Hand hält er seinen Hut und den berühmten Spazierstock. Er winkt mit seinem Hut und tausende Menschen winken mit ihren Hüten dem großen Künstler zu. Immer wieder versucht die Polizei die Menge abzudrängen und Charlie Chaplin aus seiner nicht ungefährlichen Lage zu befreien. Vergeblich! Charlie Chaplin gehört seinem enthusiastischen Publikum, das ihn wie einen Messias feiert und nicht mehr freigeben will. Wenig später im Wiener Hotel Imperial spricht er erstmals in eine Tonfilmkamera.

Walter, der mich nach Wien eingeladen hatte, schaltete den DVD-Player mit dem Beitrag vom vielumjubelten Besuch meines Großvaters in Wien ab.
„Es ist verrückt, Laura“, sagte er, „nur sieben Jahre später haben die Wiener und Wienerinnen Adolf Hitler einen ähnlich triumphalen Empfang bereitet und sich für den Anschluss an Deutschland und die Nazidiktatur entschieden.“


Interview mit der Autorin

Warum hast du ein Buch über das Lachen geschrieben?
Laura Chaplin: „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“, sagte mein Großvater immer. Das ist mein Lieblingszitat von ihm, weil ich wirklich glaube, dass er damit Recht hat. Das Lächeln der Kinder von „Moi pour toit“, einer Hilfsorganisation in Kolumbien, hat mir gezeigt, wie viel wichtiger Lächeln ist als vieles andere. Ein Lächeln erhellt den Tag in einer Welt, in der die Menschen gestresst und in ihrem hektischen Alltag gefangen sind. Lächeln ist gratis. Dies und viel mehr wollte ich einfangen und mit anderen teilen, und so habe ich ein Buch darüber geschrieben.

Was hältst du von den klassischen Kaffeehäusern?
LC: Ich liebe solche klassischen Institutionen, da sie eine Geschichte erzählen. Man kann sicher sich, dass man in einem klassischen Kaffeehaus die typische gemütliche Atmosphäre findet und die besten Köstlichkeiten angeboten werden.

Was ist deine Verbindung zum Café / Hotel Imperial?
LC: Vor vielen Jahren hat mein Großvater dort gewohnt. Ich habe es erst kürzlich kennen gelernt, und mich in die luxuriöse Inneneinrichtung verliebt. Das Zimmer, in dem mein Großvater übernachtet hat, war einfach unglaublich schön, mit all diesen Antiquitäten, jedes einzelne von ihnen ein Kunstwerk. Ich wurde dort sehr freundlich empfangen und der Archivar hatte unglaublich viele interessante und lustige Geschichten zu erzählen. Ein Ort voller Leben.

Was machst du, wenn du dich nicht dafür einsetzt, die Welt zu einem fröhlicheren Ort zu machen?
LC: Ich liebe es zu malen und meine Gefühle durch meine Kunst auszudrücken. Ich bin auch eine begeisterte Reiterin und nehme an Springturnieren teil. Ich liebe die Natur und verbringe sehr gerne viel Zeit draußen.